18 Jan
Sooooo…..nach sehr sehr langer Zeit schreibe ich mal wieder etwas in meinen Blog (Tut mir leid, aber ich hatte einfach keine Zeit etwas zu schreiben
Mein Projekt ist im Dezember endlich umgezogen. Wodurch ich viel zu tun habe (endlich mal ). Ich habe jetzt zu zweit ein relativ großes Büro (vorher war ich zu 5.-7. in einem winzigen Büro) und es ist einfach eine wunderschöne Umgebung um das Büro und vor allem sehr leise! Ich habe jetzt sowieso mehr zu tun und Dienstag vor Weihnachten hatten wir unseren End of year party mit 100 Gästen, was ziemlich anstrengend war. In der Zeit mussten auch meine Haare daran glauben, die ich schön auf ca. 10mm runterschneiden lassen habe.
Am 24.12. habe ich einen ruhigen Abend gemacht, da die Ugander hier den 24. noch nicht feiern – ich bin erst in ein gutes Restaurant gegangen und habe ein schönes Steak gegessen (unglaubliches Erlebnis, wenn man das normale zähe Stück Fleisch mit Fett, Knochen und Knorpeln bedenkt) und habe dann mit meinen Eltern geskypt (Videotelefonie über das Internet via eines Programmes des Unternehmen Skype, für die die nicht auf den neuesten technischen Stand sind
.
Am 25. bin ich dann mit Livingston, einen Ugander, auf sein Dorf zu seiner Familie gefahren und habe dort Weihnachten gefeiert. Und mit Dorf meine ich auch wirklich Dorf: die nächste Straße ist ungefähr einen Kilometer entfernt, kein Wasser, kein Strom nur der allgegenwärtige Handy- und Internetempfang (hatte mein Laptop mit Akkus dabei
). Seine Familie ist sehr arm und sein Vater schlägt Steine zu Schotter klein. Das Haus war auch nur ein sehr einfaches Haus. Wie in Uganda üblich wurde ich natürlich mit Essen überhäuft: Als ich Mittags ankam gab es erst einmal zwei Maiskolben und sechs Scheiben Toastbrot mit Butter als Appetizer. Dann kam eine halbe Stunde später das “richtige” Essen. Es wurde ein Teller vollgefüllt mit Matoke (Kochbanenbrei), ein Teller voller Reis, ein Teller mit Bohnen und ein Teller mit Fleisch hingestellt. Da wir nur 5 Leute waren dachte ich, gut das ist das Mittagessen für alle. Nunja es war anders: das war alles nur für mich!! Am Abend gab es das gleiche noch mal. Am nächsten Tag musste ich dann neben das viele Brot zum Frühstück noch zweimal Mittag essen! Aber es war eine super nette Familie und die Landschaft ist einfach unglaublich (ist ein bisschen auf einen Hügel gelegen und es sieht sehr ähnlich wie England oder Irland aus von der Landschaft, mal abgesehen von den Bananenstauden und anderen tropischen Gewächsen). Insgesamt war es ein unglaubliches und tolles Erlebnis.
Nun arbeite ich wieder, bin Head of Section von dem Freiwilligenprogramm meines Projektes, habe zwei Freiwillige unter mein Fittiche (wobei der eine mich ziemlich nervt :-@), soll eine Dokumentation über CECOD drehen und noch ein paar andere Sachen erledigen. Also sehr viel zu tun!
Und jetzt noch einmal zu meinem Visum:
Nein es ist immer noch nicht fertig. Am Donnerstagmittag, dem 6.1, habe ich dann auch noch einen Anruf bekommen, dass das Immigrationsbüro meine Unterlagen verloren hat, wodurch ich zwei Stunden später im Bus nach Kampala saß. Ich musste sofort los, weil uns “versprochen” wurden war, dass unsere Visas bis Montag berarbeitet worden sein soll und wir alle am Montag herkommen sollen. So war ich am Freitag mal wieder (ich war aber eig. auch gar nicht so häufig da, Benjamin und Johannes waren da wahrscheinlich min. wöchentlich dort und mussten sich mit den Leute dort herumschlagen). Ich möchte es jetzt nicht alles im kleinsten Detail erzählen, aber im Endeffekt haben sie meine und Charlottes Akten (die auch verloren waren) wiedergefunden, waren Montag morgen bearbeitet und wir konnten unser Visum bezahlen. Jetzt müssen wir nur noch nächste Woche zurück um unsere Pässe abzuholen
. Allerdings waren Montag morgen auch NUR unsere Anträge bearbeitet und die anderen immer noch nicht. Dienstag waren dann noch zwei weitere fertig, aber die anderen mussten sich jetzt wieder ein neuen Special Pass (100$) holen.
Ich hofe ich komme nicht zu negativ rüber, hier gibt es auch viele gute und funktionierende Sachen, die problemlos funktionieren. Aber das Immigrationsbüro ist einfach eine Sache für sich…
Was steht in nächster Zeit an?
Nächste Woche werde ich wieder nach Kampala fahren und hoffentlich mit Visum zurück kommen. Vom 12.-25.2. ist dann noch unser Zwischenseminar und eine Woche Workcamp in Salem Brotherhood, ein Projektdorf etwas außerhalb von Mbale im Osten. In der Zeit (deswegen auch das Workcamp) finden dann noch die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt (18.2.), die ich natürlich als politische interessierter genau verfolgen werde.
Um euch auch noch ein paar visuelle Vorstellungen von meinem Leben zu vermitteln habe ich euch noch ein paar Bilder hochgeladen. Einfach auf der rechten seite auf den Links des Photalbums klicken oder direkt auf: http://picasaweb.google.com/chris.in.uganda schauen.
Viele Grüße
euer Christian